Alex hat im vorigen Post über die BPMN-Community berichtet. Sie ermöglicht, dass sich Prozessmodellierungsexperten und -interessierte über Organisationsgrenzen hinweg austauschen können. Methodenexperten, die womöglich in ihrer Organisation die einzigen sind mit einem Faible für grafische Modellierung, finden auf der Plattform Gleichgesinnte.

Genau dieses Problem, dass es oft nur sehr wenige Methodenexperten in einer Organisation gibt, ist einer der Gründe für „Schrankware“. Prozessmodelle werden einmal erstellt und werden nicht genug beachtet bzw. nicht konsequent in den Prozessinnovationszyklus eingebunden. Dabei sollte Prozessmodellierung idealerweise dort stattfinden, wo die eigentliche Prozessinnovation stattfindet. Teamleiter und Mitarbeiter haben gute Ideen. Kunden und Lieferanten haben Verbesserungsvorschläge, wie man die Prozesse optimaler gestalten könnte.

Diese Innovationstreiber haben allerdings kein Interesse daran oder keine Zeit, sich erst in ARIS oder andere komplizierte Werkzeuge einzuarbeiten. Für grafische Modellierung fehlt Ihnen die Schulung. Daher würden Sie sich oft einfach nicht trauen, Prozessmodelle zu editieren. Wenn überhaupt, dann schreiben sie eine Email oder füllen ein Feedback-Formular aus. Im schlimmsten Fall schweigen sie.

Genau hier ist derzeitiges Prozessmanagement einfach zu „elitär“: Bist du kein BPMN-Experte, dann wirst du sofort in der Prozessinitiative degradiert und darfst höchstens nochmal als Interview-Partner auftreten. Hier müssen Tools ansetzen und für alle Innovatoren leicht zugänglich sein. Zwischen Modellierung und reinem Lesen von Prozessmodellen muss es noch eine Zwischenschicht geben: Kommentieren und Diskutieren.

Wie Studien gezeigt haben, ist BPMN intuitiv verständlich, solange eine Legende vorhanden ist. D.h. zum Verstehen der wichtigsten Aspekte eines Modells braucht man kein oder nur sehr wenig Training. Wenn ich mich schon nicht traue, das Modell zu editieren, dann möchte ich wenigstens sagen können: „Warum muss ich eigentlich immer diese Aktivität ausführen? Reicht das nicht für Kundengruppe X?“, „Warum muss ich eigentlich dieses Dokument erstellen, es wird doch eh nie wieder verwendet im Prozess.“ oder „An dieser Stelle haben wir immer ein echtes Problem. Wir müssen auf den Input von X warten und kommen dann selber unter Zeitdruck.“

Solche Kommentare kann auch ein Nicht-BPMN-Experte im Modell anordnen. Er kann ja die Bezeichner lesen und versteht den ungefähren Fluss des Prozesses. Hat er die Kommentare einmal eingepflegt, kann der Methodenexperte die Änderungen immer noch BPMN-konform einpflegen.

Genau solch ein Tool, dass sowohl Modellierung als auch Kommentierung und Diskussion erlaubt und darüber hinaus leicht zugänglich ist für Nicht-Methodenexperten, gibt es derzeit nicht. Dies wird sich allerdings am 19. Mai 2009 ändern, wenn der Signavio Process Editor auf den Markt kommt. Dieses Werkzeug adressiert genau dieses Problem. Kollaboration, Diskussion und einfacher Zugang stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Der Signavio Process Editor ist ein komplett web-basiertes Werkzeug, bei dem Modellierung und Diskussion über den Web-Browser möglich ist. Damit kann man schnell und einfach viele Menschen in die Prozessgestaltung einbeziehen. BPM 2.0 also.

Der Signavio Process Editor wird als Software as a Service angeboten, d.h. ohne Downlad und ohne Installation. Ab dem 19. Mai kann dieses Werkzeug in einer kostenlosen Probierversion genutzt werden. In einem geschützten Arbeitsbereich können Sie mit Ihren Kollegen oder Partnern kollaborativ modellieren und BPMN-Modelle diskutieren. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Homepage: http://www.signavio.com